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gegenSAETZE *2000

ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt


* Aktionen in Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südtiroler KünstlerInnen*
* Mit den Füssen auf der Erde, mit dem Kopf im Himmel *
 
Z e i t r a u m :  vom 7. Juli bis Ende August 2000
A k t i o n s o r t e :  Burgstein, Längenfeld, Huben, Mieming, Meran, Bruneck, Bozen, Brixen, Schlanderburg

 

aus dem »Amtsblatt« Nr. 19/VI/2000


Der Auftritt der KünstlerInnen im ORF Haus am Innsbrucker Rennweg, bei den diesjährigen »Innsbrucker Wochenendgesprächen« war wahrlich ein Vergnügen. Dr. Martin Sailer und Dr. Krista Hauser ist es wieder gelungen, ein hochwertiges Programm zusammenzustellen. Interessant für mich, weil es ein ähnliches Thema behandelte, mit dem wir uns heuer im Sommer in der künstlerischen Denkwerkstatt in den Bergen, dem FREISTAAT BURGSTEIN, beschäftigen werden. Während die Innsbrucker Wochenendgespräche ihre Aktion »Wort & Bild im Spannungsfeld« benennen, heißt bei uns das Ganze »gegenSÄTZE«. Besonders gespannt war ich in Innsbruck auf das Auftreten von Friedrich Achleitner knapp vor seinem 70ten Geburtstag. Dies deshalb, da für mich die im Vorjahr in der Kunsthalle Wien stattgefundene Ausstellung der »Wiener Gruppe« (friedrich achleitner, h.c artmann, konrad bayer, gerhard rühm, oswald wiener) zum Interessantesten gehört hat, was ich je gesehen habe und natürlich, weil die Protagonisten der Wiener Gruppe ein wesentliches Stück österreichischer Literaturgeschichte mitgeschrieben haben (dazu der Text auf der nächsten Seite, Auszug aus dem Katalog zur Ausstellung »Die Wiener Gruppe« in der Kunsthalle Wien). Richtig gefreut hat mich das Zusammentreffen mit dem »Burgsteiner« Matthias Schönweger. Seine Art der Spach- und Bildinterpretation und seine aktionistischen Performances haben schon irgendwie Kultstatus. Im Zusammenhang mit Matthias Sch. freuen wir uns augenzwinkernd auf das Auftreten seines Erzfreundfeindes Jacob de Chirico im Sommer am Burgstein (das Thema heißt ja gegenSÄTZE). Und last but not least habe ich mit Markus Valazza nach Telfs, Bozen und Wien nunmehr auch in Innsbruck ein paar Worte gewechselt. Inzwischen steht ein (interessanter & gegenSÄTZLICHER) Teilnehmerkreis für die künstlerische Denkwerkstatt 2000 am Burgstein fest. Der Programmplan ist fixiert und folgt auf den folgenden Seiten. Am 7. Juli lassen wir´s dann halt losgehen.

gp.


Freistaat Burgstein - gegenSÄTZE


KünstlerInnen (MalerInnen und LiteratInnen) setzen im Laufe des Jahres 2000 künstlerische Akzente zum Thema »gegenSÄTZE« und präsentieren ihre Arbeitsergebnisse bei Aktionen in Süd- und Nordtirol der Öffentlichkeit. **

Fokus dieses Vorhabens ist die künstlerische Denkwerkstatt in den Bergen, der FREISTAAT BURGSTEIN: Dort wollen wir nicht nur versuchen, Positionen und etwaige Gegenpositionen auszuloten, sondern sich ergebende gegenSÄTZE sichtbar machen und mit Mitteln verschiedener künstlerischer Positionen und Prozesse darzustellen (u.a. durch Kunsttandems von Literatur & Malerei, Interaktionen - von KünstlerInnen bzw. Kindern gestaltete Poetische Galerien, Teilnahme an der internationalen pax Danubiana Kunst- und Friedensaktion: Flaschenpost für den Frieden und weiteren spontanen Manifestationen der anwesenden KünstlerInnen. An dieser Stelle möchten wir uns bei Dr. Matthias Frei vom Südtiroler Künstlerbund für sein Engagement beim Zustandekommen der Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südtirol und bei Helmut Schönauer für die Kontakte nach Litauen bedanken.


TeilnehmerInnen
an der künstlerischen Denkwerkstatt 2000 (in alphabetischer Reihenfolge)

KünstlerInnen Nordtirol:
Christé Hilde
Eudokia
Fugger Britta
Gundolf Walter
Heisl Heinz D.
Moser Armin
Nitsche Gerald


KünstlerInnen Südtirol
Bernardi Rut
Blaas Walter
De Chirico Jacob
Klauser Ingrid
Larsen Alma
Lloyd Peter
Varesco Andrea
Verwunderlich Peter P.
Wielander Hans


KünstlerInnen Wien:
Baniewska Agnieszka »Agnes«
Chobot Manfred
Köfler Christof
Qualtinger Christian
Scheiner Philip
Schmidl Hannes
Stern Alexandra
Zillich Judith


Künstler Russland und Litauen:
Georgi Abbrossimov, Kursk
ein Vertreter des Litauischen Schriftstellerverbandes


Diplomaten/Gäste/Kurzbesucher:
Bader Charlie
Herger Toni
IBI
Mai Maximilian
Razel
Riegelnik Susanne
Steindl Roswitha


MitarbeiterInnen:
Amhof Evi
Brenn Mirjam
Ladurner Marlene
Neubauer Gabriela
Prantl Carina
Prantl Florentine
Prantl Gerhard
Reindl Ferdinand
Walch Christoph
Walch Ursula



Kulturkontakte zwischen Litauen und Tirol
aus dem »Freistaat Burgstein« Blatt Nr. 19/VI/2000



Literaten und Litauer kommen aus Lt - Kulturkontakte zwischen Litauen und Tirol

Künstler und Schriftsteller haben bereits an Europa gearbeitet, als Kohle und Stahl noch gar nicht wussten, wo Brüssel ist. Künstler sind überhaupt seit Jahrhunderten die geborenen Europäer, weil es in der Kunst keine Grenzen gibt.

Selbst eingefleischte Geld-Manager geben zu, dass man bei der Gründung und Erstausstattung der EU viel zu wenig auf die Künstler geachtet hat. Jetzt, wo sich die EU anschickt, die östlichen Staaten in ihre Kommissar-Arme zu nehmen, könnten die Fehler der Vergangenheit vermieden werden. Kontakte zu Künstlern könnten die EU in einem harmonischeren Ausmaß wachsen lassen als dies die Planung durch Bürokraten vermöchte.

Der Tiroler Literatur steht in Europa eine Sonderrolle zu, da sie als Transitliteratur eine der größten der Welt ist. Es gibt literarisch nichts, was nicht die Tiroler Gegenwartsliteratur auf ihre Schultern genommen hätte, um den Schmerz der Bevölkerung durch gültige Bilder zu lindern. Ein erster Schritt für ein interessantes Zusammenleben mit den neuen EU-Ländern wird darin bestehen müssen, gängige Vorurteile abzubauen. Litauen beispielsweise kommt in der unheimlich guten Tagespresse Tirols immer dann vor, wenn es um Schlepper, betrunkene Transiteure oder Autoeinbrecher geht.

Die IG AutorInnen Tirols haben inzwischen ein fröhliches Augenmerk auf Litauen geworfen, da dieses Land die interessantesten SchriftstellerInnen weit und breit aufzuweisen hat. Wer sich mit der Literatur Litauens beschäftigt, wird keine Lust mehr haben, in Zeitungen nach Autoeinbrüchen herum zu stierln.Ein erster Kontakt zum Schriftstellerverband Litauens soll dadurch hergestellt werden, daß ein Delegierter im Juni 2000 am Artists-Symposium im Freistaat Burgstein in Ötztal teilnehmen soll.

In der Nachfolge dieser Pionierpflanzung soll die Kultur in voller Heftigkeit zwischen Litauen und Tirol hin- und herströmen. Was LKW zusammenbringen, müßte doch für die Literatur ein leichtes sein, nämlich wertvolle Gedanken über den Kontinent zu transportieren.

Helmuth Schönauer
11/04/00

Symposium


07.07.  - Ende 08.2000
Burgstein, Längenfeld, Huben, Mieming, Meran, Bruneck, Bozen, Brixen, Schlanderburg


Amtsblatt  19/VI/2000 und 20



Ausstellungen und Aktionen:
  • MERAN:Galerie art dependent 19. 02. & Herbst 2000
    Kleiner Kunstpalast Herbst 2000
  • BRUNECK: Ragenhaus 9. 05 - 13. 05.
  • BOZEN: Galerie Spatia
    16. 09. - 30. 09.
  • LAENGENFELD 17. 07. - 31. 08. GalerieWand Kirchplatzl
    Galerie Kunstraum Freistaat Burgstein
    Poetische Galerie am Schulplatz
    Felsengalerie
  • MIEMING: Galerie Messnerhaus 16. 07. - 31. 08.



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