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die andere seite *2001

Schatten & LICHT


ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt
* Zusammenarbeit zwischen KünstlerInnen
aus Nordtirol, Südtirol und Berlin *
   
(*) "die andere seite" ist der  titel des einzigen  romanes von  alfred kubin (1877-1959), den schon hermann hesse als ein unvergessliches, als das *am meisten dichterische werk der letzten jahrzehnte* bezeichnet hat. dieses schriftwerk des großen österreichischen zeichners a.k. ist inzwischen als ein schlüsselwerk der modernen literatur erkannt worden. es hat u.a. kafka, jünger, beckmann, feininger, klee in ihrer arbeit stark beeinflusst.

vom 23. Juli bis 28. Juli 2001 - Arbeit an den Litfasssäulen mit Einbeziehung des Publikums - Aktionen, Performances und Ausstellungen (bis 6.August 2001) in Meran/Südtirol

Projektbeschreibung


Unterschiedliche Reflexionen zum Thema "LICHT & SCHATTEN" ("die anderer seite", a.k.) werden im Sommer 2001 Inhalt der künstlerischen Denkwerkstatt in den Bergen sein. Das Spannungsfeld oder die Gegensätzlichkeit von Begrifflichkeiten soll angedacht, gängige Metaphern hinterfragt und auf ihre Noch-Gültigkeit überprüft werden. Die Verarbeitung erfolgt durch unterschiedliche künstlerische Mittel und Darstellungsformen am Burgstein im Ötztal/ Tirol/Österreich und in Meran/Südtirol/Italien.

...verdrängt Licht Schatten oder machen Schatten Licht erst wahrnehmbar ? ...werden wir von den Schatten der Vergangenheit immer wieder eingeholt ? ...Schattenreich ?...Irrlichter? ...Licht als Quelle der Freude und des Lebens ? ...symbolisiert Licht das Gute und Schatten das Böse ? Annäherungen und In-Frage-Stellungen sollen zu einem inhaltlichen Diskurs führen. Ob diese auf ganz formal künstlerische Art und Weise beschränken oder ob sie sich an darstellenden oder literarischen Vorbildern anlehnen bleibt den teilnehmenden KünstlerInnen aus Nordtirol, Südtirol, Wien und Berlin überlassen. Letztendlich soll sich durch die unterschiedliche künstlerische Aufarbeitung differenter Meinungen ein Gesamtbild ergeben. In Verbindung mit diesem Kunstprojekt wird das Kinderprojekt  "Schule der Sinne" durchgeführt.

Das Projekt "die andere seite" findet in Zusammenarbeit zwischen der "Kulturinitiative Feuerwerk" in Längenfeld (Freistaat Burgstein), dem Verein "Kleiner Kunstpalast" in Meran (mit Südtiroler Künstlerbund, Jüdisches Museum Meran), der IG Autoren Tirol und der Künstlergruppe "Meshulash" aus Berlin statt. KünstlerInnen verschiedener Sparten (Malerei, Literatur, Fotografie, Aktionismus) arbeiten im Laufe des Jahres bei verschiedenen Aktionen und Orten in Südtirol, Nordtirol, Wien und München und präsentieren ihre Arbeiten der Öffentlichkeit (u.a. AK Galerie Telfs, Kirchplatz´l- Galeriewand in Längenfeld, Kunst im öffentlichen Raum in Burgstein und  Kulturhaus Hattingerberg, Jüdisches Museum, Galerie "art dependent" und "Piccolo Palazzo d` Arte" in Meran)

Begonnen wird das Projekt "die andere seite" (Schatten & Licht) in der künstlerischen Denkwerkstatt in den Bergen, dem Freistaat Burgstein (oberhalb von Längenfeld im Ötztal). Dort wurde bereits in den Jahren 1995 bis 2000 die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Kunstformen und KünstlerInnen aus allen Himmelsrichtungen erprobt. Experimente in verschiedenen kreativen Bereichen erbrachten dabei interessante, qualitativ hochstehende und von den regionalen und internationalen Medien stark beachtete Arbeiten. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit soll es zudem möglich gemacht werden, Positionen und etwaige Gegenpositionen auszuloten und in unkonventioneller, sinnlicher und philosophischer Form aufzuarbeiten.

Die Fortsetzung des Projektes findet in Meran/ Südtirol mit der Aktion DENKart III statt.

Freistaat Burgstein - *die andere seite* (SCHATTEN & LICHT)



TEIL 1) Vorbereitung zu D E N K a r t  I I I
1993 fand "DENKart" erstmals statt. Im Juli diesen Jahres formulierten Künstlerinnen und Künstler Mahnungen, Proteste, Hoffnungen auf großen Werbeplakatflächen. Die Aktion war eine emotionale Auseinandersetzung zum Thema "Berg".

...Der Berg als Mythos, als Erholungsraum, der Vermarktung preisgegeben, als Wasserreservoir, als Müllplatz usw....(Dr. Hans Haid, Volkskundler und Poet, Vorwort zur Dokumentation "DENKart - Kunst im Öffentlichen Raum").

Drei Jahre später beschäftigte sich "DENKart II" im Rahmen der Tiroler Landesausstellung unter dem Titel "Wörter zu Tirol" mit den Lebensraum "Land". Ebenfalls wieder mit Artikulationen auf großen, im öffentlichen Raum aufgestellten Quadern. Charakteristisch für die "DENKart" Aktionen ist, dass die Kunstwerke nur bis zur nächsten Überklebung der Plakatflächen leben und dadurch auch das Thema "Vergänglichkeit" berühren.

"Der Aspekt der Vergänglichkeit stört mich nicht, es wird ja alles dokumentiert. Wichtig ist die Auseinandersetzung im Moment. Die Konservierung ist in diesem Falle eine zweitrangige Frage (...) so gesehen richtet sich "DENKart" auch gegen das gängige Kunstmarktdenken. (Dr. Günther Dankl, Landesmuseum Innsbruck in der Dokumentation "DENKart - Kunst im Öffentlichen Raum)

Ein weiterer Aspekt von "DENKart" ist die Berührung/Konfrontation mit den Menschen durch die Arbeit der KünstlerInnen direkt vor Ort und den damit verbundenen Auseinandersetzungen.

"Kunst lebt heute von den guten Manieren des Publikums, von der Höflichkeit der Kulturmenschen also von verfeinerten ritualisierten gesellschaftlichen Umgangsformen, die es verbieten zu sagen, "was man wirklich sieht" (Dr. Rudolf Burger, Philosoph und ehem. Rektor der Universität für Kunst in Wien).

"DENKart III" beschäftigt sich mit dem Themen Licht und Schatten ("die andere seite"). Die Vorbereitungsarbeiten dazu finden im Freistaat Burgstein statt, für die Aktionen werden in der Stadt Meran/Südtirol Litfasssäulen bereitgestellt.

Freistaat Burgstein - *die andere seite* (SCHATTEN & LICHT)
     
Teil 2) D I E   P O E T I S C H E    
G A L E R I E

In unregelmäßigen Abständen finden in der künstlerischen Denkwerkstatt gemeinsame Aktionen der teilnehmenden KünstlerInnen statt (wie etwa das 250 m lange Bild "Farben im fallenden Felsen" das über die Felswand von Burgstein gehängt wurde u.a.). In Anknüpfung an die "Poetischen Galerien" der Aktion im Jahr 2000 ("1999 plus eins") stehen auch im Jahre 2001 die Realisierung von Poetischen Galerien auf dem Plan. Im Hof der Residenz des Freistaates Burgstein (altes Volksschulgebäude) wird eine Großleinwand-Galerie aufgebaut auf  dieser  können die KünstlerInnen durch Spontanaktionen ihre jeweiligen Befindlichkeiten Und Standpunkte unter dem Motto : "SPIEGELBILDER - SPIEGELSCHRIFTEN - SPIEGELZEICHEN" artikulieren.


Freistaat Burgstein -   *die andere seite* (SCHATTEN & LICHT)

Teil 3) D E M  U N B E K A N N T E N   T Ä T E R
Die Künstlergruppe "Meshulash" aus Berlin setzt sich im Freistaat Burgstein mit den Schatten der Vergangenheit unter vorgenanntem Titel auseinander. Mit verschiedenen künstlerischen Mitteln wollen die Künstlerinnen und Künstler versuchen, Tabus zu benennen und zu brechen. Die Gruppe ist Herausgeber des Europäisch- jüdischen Magazins "Golem". Die geplanten Themen sind :

"Hol dir einen Täter runter" - Installation mit Malerei - Anna Adam
"Ich finde es komisch" - Literatur - Esther Dischereit
"Ikonographie des Täters" - Aktionsmalerei - Gabriel Heimler
"Tätertüte" - Installationen - Dodi Reifenberg
"www.täter.de" - Internetzugang/Interaktive Installation - Flori Reifenberg
"Dem unbekannten Täter" - Performance  (Meshulash)



Meran - *die andere seite* (Schatten und Licht)
Teil 4) AKTION   D E N K a r t  I I I  

Im Sommer (vom 23. bis 28.Juli 2001) arbeiten insgesamt 22 junge Künstlerinnen und Künstler aus Berlin, Wien; Südtirol und Nordtirol an öffentlichen Plätzen und Orten in Meran, in direkter Konfrontation mit dem Publikum an sämtlichen Litfasssäulen der Stadt zum Thema. Die aus der Situation entstehenden Arbeiten (Bilder, Performances, Literatur, Aktionen) werden im Anschluss bis 6. August 2001 in den Meraner Galerien "art dependent" und "Piccolo Pallazzo d´Arte" präsentiert und publiziert.


Freistaat Burgstein - des weiteren :
R E F E R A T E

Georg Chaimowicz, Wien, in Burgstein
Gerald Kurdoglu Nitsche, Tirol, in Burgstein
Esther Dischereit, Berlin, in Innsbruck und Meran
Franz Pichler, Meran, in Burgstein

A U S S T E L L U N G E N / A K T I O N E N
im Freistaat Burgstein - im Kulturhaus Hochhatting - in Längenfeld/Ötztal - in Telfs - in Meran/Südtirol

L I T E R A T U R
Literaturperformances und Lesungen der anwesenden LiteratInnen aus Wien, Berlin, Nordtirol und Südtirol

V O R G E S E H E N E S  
R A H M E N P R O G R A M M

Künstlerfestl mit "Familienmusik Schöpf" (A) - "Müller, Frey & Hagelstein" (D) - "the Satellites" (I) in Längenfeld/Huben und "Cherry Moon"(I) in Meran

Kunstgarten und Forellenpartie im Kulturhaus Hochhatting mit "Street life" Avantgarde Matinee "ameisen laufen hören können" in Längenfeld
Musik und Wort bei "Musik in der Stille" in Längenfeld

"11. Internationales Straßenmusikantentreffen"


Freistaat Burgstein – Schule der Sinne:  
K I N D E R P R O G R A M M

Seit 1989 arbeitet die Ötztaler Kulturinitiative Feuerwerk schwerpunktmäßig im Bereich der Kinder- und Jugendkultur. Sie gilt als einer der Wegbereiter für mehr Platz und Freiraum für junge Menschen in ländlichen Regionen/in Tourismusregionen. Kulturarbeit mit und für Kinder und Jugendliche, die aktive Teilnahme an kreativen Aktionen, das Zusammenspiel mit internationalen KünstlerInnen kann auch Lernprozess in der "Schule des Lebens" sein. Die Sensibilisierung für bestimmte Schwerpunkte war in der Vergangenheit und ist auch diesmal eine wichtige Facette der Arbeit der Kulturinitiative Feuerwerk.

Bisherige Themen:
 Toleranz - Kinder und Clowns
 Zukunft/Umwelt - Mut zur Phantasie
 Träume/Visionen - Kinder fangt die Träume ein
 Freiheit - Frei wie Wind und Wolken
 Spüren dass wir leben - Mensch/Zeit/Zärtlichkeit
 Querköpfe und Lebenskünstler
 Regenbogendorf
 Heute die Welt von morgen träumen

Für 2001 ist vorgesehen in fünf Werkstätten für Kinder und Erwachsene auf die Erfahrungen des Philosophen Hugo Kükelhaus ("Entfaltung der Sinne" - Kraftfeld Längenfeld 1983) einzugehen.

"Die Natur bietet unerschöpfliche Möglichkeiten zum Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Beobachten, Erleben, Formen, Verändern, Wahrnehmen & Begreifen"

"camera obscura"
mit Beate Blaschek (Absolventin der Filmakademie Wien)
unter Mithilfe von Anna Blaschek

Fotoapparate aus Teedosen und anderen Blechbehältern

Licht macht Bilder - Licht und Schatten lassen sich einfangen und auf Papier festhalten, es entstehen Abbilder unserer Umgebung, besser bekannt als Fotos.

"Ihr werdet die Grundprinzipien der Fotografie kennenlernen, selber eine einfache Kamera basteln, damit Fotos machen und diese entwickeln. die Ergebnisse Eures Experimentes könnt ihr selbstverständlich mit nach Hause nehmen."

"Feuer, Licht- und Schattenspiele"
mit Matthias Walch (Feuerjongleur) und Mirjam Brenn (Pädagogin)
ein Spiel mit Menschenschatten, durch Licht erzeugte Schattenbilder, Mythos und Magie des Feuers. Wir spielen mit unseren Schatten. Eine Lampe, ein großes weißes Tuch, ein dunkler Raum - und schon kann es losgehen. Kleine Kinder werden zu Schattenriesen, eine Büroklammer zu einem Ungeheuer, ein Stuhl wandert ohne viele Umstände quicklebendig durch das Schattenreich. Die Schatten werden bunt und Feuerballons fliegen in den Himmel.

"Sekundengeschenke"
mit Uschi Walch (Seifenbläserin)
Wenn sich Licht in den Seifenblasen spiegelt und diese in allen Farben schillern, wenn Kinder in Riesenblasen verpackt werden, wenn Seifenschaum bunt wird und Bilder daraus entstehen wenn Matchboxautos in einer Blase über den Tisch fahren, und 1000e große und kleine Seifenblasenwolken in den Himmel schweben, fühlen sich Seifenbläser und Schaumschläger wohl.

"Farbenmosaikpuzzle"
mit Reini Tamerl (Musiker und Zeichenlehrer)
Malen auf der Rückseite einer Glasscheibe (Hinterglas - auf der "anderen Seite") - Gestaltung eines Farbenfensters.

Kinder und Jugendliche bemalen kleine Glasflächen, die zusammengestellt ein poetisches Puzzle ergeben. Dieses weithin sichtbare Farbsignal soll als Ausdruck der Phantasiewelt der Kinder und Jugendlichen in Form einer poetischen Bilderwand positive Signale ausstrahlen.

"Sinnesweg"- Fußsohlen-Domino
mit Isi und Charlie Bader (Sinnesforscher)

Wie fühlen sich Sand, Kies, Matsch, Wasser, Steine, Watte, Holz, Nüsse, Gras, Zeitungspapier und andere Dinge an.

Wir wollen Wege bauen, die man spüren kann, eine Fühl- und Taststraße für Hände und Füße. Mit verbundenen Augen erforschen und erfühlen wir die Taststationen. Wer kann alle Materialien erkennen ?

Ein Erfahrungsfeld zur "Entfaltung der Sinne" nach Hugo Kükelhaus. Während den Werkstätten besteht die Möglichkeit sich von Claudia Gstrein lustige Gesichter schminken zu lassen.



Symposium


05.07.  - 28.07.2001
Burgstein, Längenfeld, Mieming, Meran


Amtsblatt  




Ausstellungen:



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