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Labyrinthe *2004

oder  


der stille Fluss des Lebens



26. Juni 2004 in Längenfeld/Naturthermenpark
Prolog: eine Inszenierung - ein Wasserfest über das, mit dem & vom Wasser Performances & Multimedia & Musik & Show & Kinder & Literatur

12. bis 24. Juli 2004 künstlerische Denkwerkstatt in Burgstein/Längenfeld/Langenlois Österreich und Slavonice/Studena/Tabor Tschechien. Zusammenarbeit von 20 (24) MalerInnen und LiteratInnen aus Österreich, Italien und der Tschechischen Republik
24. Juli bis 30. September Ausstellungen in Längenfeld, Mieming, Meran und Wien
 

Das geplante Projekt gliedert sich in vier Teilbereiche
Prolog und Ausklang mit Wasserfest


10 Jahre künstlerische Denkwerkstatt & Künstlergruppe "Freistaat Burgstein" Kulturaustausch  Tschechien - Österreich (Arbeit in Burgstein und Slavonice) Ausstellungen in Längenfeld, Mieming, Meran und Wien

 
1)Wasserfest - Traum- & Klangwelt - ein Bad für die Sinne
..Der Regenmacher taucht wieder auf. Sein Wissen über
die Welt hat er nicht aus Büchern. Er verstand es, die
Geheimnisse der Menschen aus der Natur zu lesen...
(Hermann Hesse)

Feuer- Wassershow mit Musik, Tanz, Bau von Wasserobjekten, Wasserspiele, Wassergeschichten  
 
2) 1995 bis 2004 - 10 Jahre künstlerische Denkwerkstatt Freistaat Burgstein - Modell eines Experimentierraumes
 
"Freistaat Burgstein - eine künstlerische Denkwerkstatt in den Bergen"
"Künstlergruppen können Kristallisationspunkte sein, an denen sich zeittypische Auffassungen verdichten. So markieren die "Brücke" und der "Blaue Reiter", Wegzeichen vergleichbar, den Beginn der Moderne. Ihr Vorbild hatte Signalwirkung. (...) Waren die Sezessionen kennzeichnend für die dynamische Entwicklung des ausgehenden 19. Jahrhunderts, erwiesen sich Künstlergruppen im gesamten 20. Jahrhundert als durchgängiges Phänomen. Die späteren Gruppen hatten es jedoch schwerer, sich gegenüber der Strahlkraft der früheren Gruppen Geltung zu verschaffen. Das mag unter anderem ein Grund dafür sein, dass ihnen in der Kunstgeschichtsschreibung wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Die Fülle der Zusammenschlüsse beweist: Der Impuls, mit dem bildende Künstler sich immer wieder organisieren, hat sich über Generationen nicht verbraucht."
 
(Christoph Wilhelmi: Künstlergruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1900, Hauswedel Verlag Stuttgart).
 
Die Frage, ob in einer Zeit verstärkter Individualisierung, des Anwachsens von Egoismen und der zunehmenden Konkurrenzkämpfe im Kunstgetriebe Künstlergruppen noch zeitgemäß sind, wollen wir offen lassen. Idee zur Gründung der künstlerischen Denkwerkstatt und KünstlerInnengruppe "Freistaat Burgstein" war es, einen Versuch zu wagen, Wege "vom Individualismus zum Kollektiv und wieder zurück" zu erproben. Es ist uns weniger wichtig, im großen Orchester diverser Kunstlobbys mitzuspielen oder nostalgische Reminiszenzen zu üben, auch nicht Plagiat von (durchaus interessanten) Künstlergruppen zu sein. Wir haben "Freistaat Burgstein" eine künstlerische Denkwerkstatt benannt und sehen diese vorrangig als Freiraum, in dem Erfahrungen ausgetauscht werden können, in dem es um gegenseitige kennen lernen und respektieren geht. Im Dezember 1995 haben wir ein Experiment begonnen. Eines, das in seiner Gegensätzlichkeit, in seiner Unberechenbarkeit, in seiner Spontaneität wirklich spannend, verrückt und impulsiv ist. Dieses Konglomerat an Emotionen ist eigentlich schwer zu beschreiben, man muss es erLEBEN.

gerhard prantl, Freistaat Burgstein


 
Geschichte und Gegenwart: Künstlergruppen in Längenfeld -
kultische Orte von magischer Anziehungskraft


Die Bereiche im und unterhalb das Bergdorfes Burgstein bei Längenfeld waren seit jeher kultische Plätze von ganz besonderer Ausstrahlung. Bereits vor Jahrtausenden führten Jäger- und Hirtenwege über dieses Plateau. Der Schalenstein am nördlichen Ende von Burgstein ist Zeuge aus der prähistorischen Zeit, zu dem im Vorjahr ein anwesender Mayapriester verwundert bemerkte: es sei für ihn unvorstellbar, dass derart mystische Plätze von den Einheimischen kaum beachtet und geschätzt werden. Am Fuße der senkrecht abfallenden Burgsteiner Wand entspringt auch die dreitausend Jahre alte Schwefelquelle. Zahlreiche KünstlerInnen und Menschen aus der gutbürgerlichen Schicht besuchten schon um die vorangegangenen Jahrhundertwende das Längenfelder Badl und lernten die besondere Kraft dieses Wassers schätzen. Nahe diesem Bereich trafen sich knapp nach 1900 im damaligen Kundlashof (Jahnenhof) bei Astlehn auf Initiative des Lyrikers und Kunstsammlers Karl Traut kreative Menschen aus dem Umfeld das damaligen "Brenner-Tisches" um Ludwig von Ficker in Innsbruck, darunter Artur Nikodem, Albin Egger-Lienz und Beda Weber. Diese Gruppe kann durchaus als Vorfahre der künstlerischen Denkwerkstatt "Freistaat Burgstein" bezeichnet werden. Seit zehn  Jahren treffen sich auf Einladung der Kulturinitiative Feuerwerk am Burgstein regelmäßig wieder kritische und kreative Geister, um sich mit verschiedenen Themenkreisen auseinander zu setzen. Mittlerweile waren es bereits an die 200 MalerInnen und LiteratInnen, die mit Kunstaktionen, literarischen Arbeiten und philosophischen Abhandlungen die Geschichte und die Ausstrahlung dieses Dorfes und des Tales (oft in Kontext zu größeren Räumen) dokumentierten.
 
Die vorbeschriebene Geschichte ist uns Verpflichtung. Wie bereits in den vergangenen Jahren werden in der künstlerischen Denkwerkstatt alle Möglichkeiten zur künstlerischen Arbeit, zur Auseinandersetzung und zum Diskurs in einer internationale besetzten Runde eröffnet. Ergänzt wird dies durch:
 
  • Aktionen, Referate, Filme, Literatur  
    "Wünschelrutengänger, Wasser & die Macht der Täuschung"
  • "wir feiern den Zufall", Filme (u.a. Luis Bunuel: "Der andalusische Hund")
  • "Geschichte des Labyrinths" ("Labyrinthe - Magische Linien von Menschenhand")
  • Kunstaktion "Steinbruch der bunten Steine", Bau von Steinmandln als Symbole der Gemeinsamkeit
  • "Elfen, Feen, Wassergeister" Literatur, Sagen, Geschichten, Erzählungen



konkretes arbeiten zum Thema.
"Hommage an 10 Jahre Freistaat Burgstein", Aufarbeitung/Dokumentation, Zusammenstellung der Videodokumentation über die vergangenen 10 Jahre

a)  Referate von    
Eva Zaijckova, Lehrerin und Kulturschaffende, Studena/CR
Gerhard Jaschke, Schriftsteller, Wien/A
Heinrich Bunzel, Begründer des Botanikums in München und der Stein-Zeit in Algund, München/D
Joe Christian Aigner, Wissenschafter und Journalist, Tirol/A)

b)  Filmische Aufarbeitung/Dokumentation
"Von Albin Egger-Lienz, dem Künstlerkreis um Karl Traut in Astlehn/Längenfeld bis zum Freistaat Burgstein"

 
3) Kulturaustausch Tschechien - Österreich

Stationen
Künstlerwanderweg: Künstler/innen auf dem Weg vom Bergdorf Burgstein bei Längenfeld im Ötztal über das niederösterreichische Flachland in den Böhmerwald.

Ausgehend von Burgstein werden zwei ungewöhnliche Stationen besucht, die eine weitere spannende Arbeitsgrundlage zum Thema bilden. Um die gewonnen Eindrücke noch im intensiv/emotionalen Zustand verarbeiten zu können, werden die KünstlerInnen ihre in Burgstein begonnenen Arbeiten in der "Sommerschule Slavonice/CR" fortsetzen.
 
Labyrinthe - Magische Linien von Menschenhand - ein Film von Michael Engler Labyrinthe - die Gebilde aus magischen Linien haben eine lange Geschichte. Vor Jahrtausenden heilige Orte für Initiationsriten, Fruchtbarkeitsfeste und kultische Tänze.

Bis heute geht ein geheimnisvoller Zauber von ihnen aus. Was verbirgt sich hinter den rätselhaften Zeichen? Welcher Bezug zum Universum, welche uralten Rituale? Wie kam einst ein Monster in seine Mitte? Und was haben Jungfrauentänze, Trojaburgen, und der Gang in die Unterwelt mit Labyrinthen zu tun? Die spannende Spurensuche folgt verschlungenen Pfaden, führt zu versunkenen Kulturen, erzählt von Mythos und Magie des sagenumworbenen Zeichens.
 
Langenlois beginnt oberirdisch in einem architektonisch überaus interessanten Bau des amerikanischen Stararchitekten Steven Holl. Nach dem weithin sichtbaren "Tor in die unterirdische Kellerwelt" passiert man 11 Stationen einer umfassenden Entdeckungsreise.
Station 1: Das Pool von Steven Holl
Station 2: Tor in die unterirdische Kellerwelt
Station 3: Labyrinth Pendel - Mond - Mythen - Camera obscura - Gebetsmühlen - Weingott
 
Die unterirdischen Gänge von Tabor
Die in Böhmen gelegene Stadt Tábor gehört dank seiner reichen Geschichte, architektonischen Denkmälern und interessanten Naturlage zu den kulturell attraktiven Stellen in Tschechien. Das, am Anfang des 15. Jahrhunderts entstandene Hussitenvermächtnis, erfüllt die Atmosphäre dieses Ortes bis heute. Der Komplex von den unterirdischen Räumen und Gängen stellt eine besonders ausgesuchte Taborer Rarität dar. Das heutzutage oft besuchte Denkmal entstand im 15. Jahrhundert durch die Kellervertiefung (Löcher genannt) unter den einzelnen Häusern im historischen Teil Tábors, in der Altstadt. Viele von den Kellern wurden allmählich miteinander verbunden und so entstand ein verworrenes Labyrinth von Kellerräumen, Gassen und Gängen. Sie wurden oft in zwei bis drei Stockwerke Tiefe gegraben und befinden sich bis 16 m unter dem heutigen Straßenniveau.

 
4) Ausstellungen    
in Mieming (Galerie im Mesnerhaus)
in Meran (Galerie art dependent)
in Wien (Kunstraum Freistaat Burgstein)
in Längenfeld (Galerie im Mesnerhaus und Kirchplatzl Galeriewand)

Die gewonnen Eindrücke beim Besuch der verschiedenen Labyrinthe, der Erzählungen, Geschichten, Referate, Diskussionen und Filme sollen Ausgangspunkt, Inspirationsquelle, Mittel zur thematischen Auseinandersetzung zum Thema "Labyrinthe oder der stille Fluss des Lebens" für die KünstlerInnen sein. Die unterschiedlichsten Zugänge lassen interessante unterschiedliche Interpretationen zu. Sowohl am Burgstein als auch in Studena/Slavonice ist viel Raum und Platz für konkrete Arbeit. Die Ergebnisse des Projektes werden bei verschiedenen Ausstellungen (Längenfeld, Mieming, Wien, Meran) präsentiert und finden (wie die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen) Niederschlag in den weiteren Arbeiten der MalerInnen und LiteratInnen.
 
 

Symposium


12.07.  - 24.07.2004
Burgstein / Längenfeld / Tirol,
Slavonice/Studena/Tabor Tschechien



Wenn Wasser ein Gedächtnis hätte, dann würde der Gletscher vom Meer, der Fluss von der Quelle, die Blüte von der Wurzel wissen. Die Botschaft des Wassers kann unser Weltbild erweitern. Die Bilder sind längst unter uns, doch wir können sie nicht entziffern. Das Wasser kann warten.
Thomas Worm: „Das Gedächtnis des Wassers



Amtsblatt  32  



Ausstellungen:
  • Galerie im Mesnerhaus Mieming / Tirol
  • Galerie art dependent  in Meran
  • Kunstraum Freistaat Burgstein in Wien
  • Galerie im Mesnerhaus und Kirchplatzl Galeriewand in Längenfeld


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