Zwischen//Welt Grenz//Land *2005
Zwischen//Welt
Grenz//Land
oder Paradies Wahnsinn?
Aktionen vom 10. bis 23. Juli 2005 in Längenfeld/Österreich und Venedig/Italien
Ausstellungen bis Oktober 2005 in Wien/A, Venedig/I, Mieming und Längenfeld/A
Beginnend mit dem Projekt "DENKart1 - Kunst im öffentlichen Raum" im Jahre 1994, bei dem sämtliche öffentlichen Großplakattafeln im Tiroler Ötztal angemietet und als großflächige Bilder unter dem Motto "Mythos Berg" gestaltet wurden (Publikation und Katalog, ISBN 3-900888-14-0 TAK Verlag Innsbruck), wurde ein Experiment der Zusammenarbeit der künstlerischen Denkwerkstatt und KünstlerInnengruppe "Freistaat Burgstein" mit verschiedenen Kunsthochschulen im europäischen Raum erprobt. 2004, anlässlich des 10Jahres Jubiläums der Gründung des Freistaates Burgstein und des in diesem Jahr erfolgten Beitrittes der Tschechischen Republik zur EU wurde wiederum ein Projekt "Labyrinthe oder der stille Fluss des Lebens", gemeinsam getragen von KünstlerInnen aus Österreich, Italien, der Schweiz und der Tschechischen Republik, durchgeführt. Diese Kooperationen waren Versuche, die Gegensätze und Gemeinsamkeiten der Situation der Künstler im westlichen und östlichen Teil Europas transparenter zu machen. Wichtige Aspekte für die Zukunft sind: der Weiterbau an der gemeinsamen Vernetzung der künstlerisch Schaffenden und das erzielen eines Mehrwertes im Sinne friedlicher Annäherung, gegenseitigen Kennenlernens und der Wertschätzung füreinander. Durch die Öffentlichkeit der einzelnen Projektteile ist der Einbezug der Bevölkerung in das künstlerisch/kulturelle/informelle Geschehen ein wesentlicher Hintergrund des Projektes.
Insgesamt werden wieder 20 MalerInnen und LiteratInnen aus verschiedenen Ländern (Österreich, Italien, Deutschland) eingeladen, eine Woche lang gemeinsam am Burgstein/Tirol und anschließend in Meran/Italien zum Thema arbeiten. Es ist geplant, die während dieser Zeit entstandenen Arbeiten anschließend bei Ausstellungen in Mieming, Längenfeld, Wien und Meran zu präsentieren. Begleitend zum gemeinsamen Arbeiten sowie den geplanten Ausstellungen ist auch ein ergänzendes thematisches Programm mit Filmen, Referaten, Literatur, Musik, Aktionen und Performances vorgesehen.
Projektansätze: ganzheitliche Sicht der Dinge ...Kultur, Philosophie, Erfindergeist, Mut zum Experiment, Zukunftsvisionen...
Von der Melancholie der Nostalgie, der Logik der Irritation und von verschiedenen Künstlerpersönlichkeiten als Chronisten einer umfassenden Zeitgeschichte:
Walde/Egger-Lienz/Defregger - Tirol
Kubin/Klimt/Kokoschka - Wien
Leonardo/Raffael/Michelangelo - Mittelitalien
Atzwanger/Plattner/Esterle - Südtirol
Warum die künstlerische Denkwerkstatt in den Bergen der "Freistaat Burgstein" das Universalgenie Leonardo Da Vinci und den Schriftsteller Michael Ende als Leitmotiv des Projektes 2006 gewählt hat und im Rahmen des Projektes die Einflüsse der Künstler auf regionale Prozesse und Entwicklungen aufarbeitet?
Leonardo Da Vinci bezeichnet Kunst als einen Teil der Wissenschaft. Malerei bedeutete für ihn Wahrnehmung einerseits und Darstellung andererseits.
- Das künstlerische Leben von Leonardo Da Vinci wurde stark geprägt durch die Auseinandersetzung mit dem Umfeld und der Region in der er lebte. Er reagierte mit kreativen Antworten auf die jeweilige Situation, die die damalige Zeit erforderte.
- Leonardo da Vinci stellte das Zusammenspiel der freien Künste, zu welchen er die Dichtkunst, Rhetorik, Malerei, Bildhauerei, Architektur, Philosophie, Naturwissenschaft, Technik und Musik zählte, in das Zentrum seiner Arbeiten.
- Leonardo da Vinci beeinflusste die Kunst seiner und auch der nachfolgenden Zeit sowohl konzeptionell als auch stilistisch. Seine charakteristische Art des atmosphärischen Gestaltens prägte Künstler in der Vergangenheit und Gegenwart.
- Leonardo da Vinci war befähigt, die gegensätzlichen Welten von Kunst und Wissenschaft zu begreifen. Durch seine zahlreichen Studien und Forschungen gelangte er auf den unterschiedlichsten Gebieten zu neuen Erkenntnissen.
- Das Werk Leonardos hat die Entwicklung der Kunst maßgeblich beeinflusst. Entscheidend sind seine Studien zur Variation von Hell und Dunkel und zur Atmosphäre in den Bildern. Durch sein besonderes Geschick, über Bildgründe hinweg Handlungsbezüge zu setzen, gelangte er zu einer vollkommen neuen Rhythmisierung des Bildraumes. Einzigartig ist Leonardos Darstellung des Menschen. Die Harmonie seiner Proportionen war das Ergebnis jahrelanger Studien des menschlichen Körpers.
- Seine Leidenschaft Dinge zu enträtseln, war begleitet von der Leidenschaft, sie niederzuschreiben. Seine Aufzeichnungen zeugen von seiner Wissbegier und seinem Forschungsdrang.
- Leonardo da Vinci war während seines ganzen Lebens ein unermüdlicher Zeichner. Seine Skizzen und Studien bilden einen wesentlichen Teil eines Gesamtwerkes.
- Die organisatorische Grundeinheit für Maler und Bildhauer der Renaissance war die Werkstatt, die "bottega". Hier produzierte eine kleinere Gruppe von Malern in enger Zusammenarbeit eine große Vielfalt von Gegenständen, ganz anders als die spezialisierten, individualistischen Künstler späterer Zeiten.
Aufzeichnungen zusammengestellt von Susanne Albers, Berlin Michael Ende, geb. 1929, gest. 1995 war zeitlebens auf der Suche nach dem "Zauberwort", das eine neue Sichtweise auf unsere Welt ermöglicht und diese so wieder etwas bewohnbarer macht.
Er ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Seine Werke wurden in 40 Sprachen übersetzt und erreichen heute eine Weltauflage von über 20 Millionen Exemplaren. Mit Jim Knopf, Momo, Die unendliche Geschichte und Der Wunschpunsch hat er sich in die Herzen junger und jung gebliebener Leser hineingeschrieben. Michael Ende ist der Sohn von Edgar Ende einem Hamburger Maler fantastischer Visionen mit Anklängen an den Surrealismus und von Luise Bartholomä (1892 - 1973). Edgar Ende und seine Bilderwelt prägen den Sohn von frühester Kindheit an: Die künstlerische Welt, die ihn umgibt, stellt für den Heranwachsenden eine stärkere Wirklichkeit dar als die äußere Realität. Auf der Suche nach dem Zauberwort Eine Haltung, die sich später in seinem eigenen künstlerischen Werk widerspiegeln wird. Denn mit seinen Romanen, Erzählungen und Gedichten ging es Michael Ende vornehmlich darum, Sinnerlebnisse zu bieten und Vorschläge für neue Sichtweisen der Welt zu unterbreiten. Um diese zu finden, so seine Meinung, brauche unsere Zeit einen neuen poetischen Mythos, der alles wieder miteinander in Verbindung setze. Das Zauberwort, das er suchte, war ganz im romantischen Sinne die Geschichte, die die jeweilige Kultur prägende Lebensgebärde einer Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Er tat dies nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf spielerische Weise: Nicht zufällig ist der Pagat, der Gaukler und Magier, der Schlüssel zu seinem poetischen Konzept.












Amtsblatt 35 (1,29 MB)